| Dieses Gedicht ist so lang und so bedeutsam, dass es eine eigene Seite verdient.
ICH WAR MENSCH
Es gab keinen Unterschied zwischen mir und anderen Dienern Gottes neun, Monate und zehn Tage in der Gebärmutter geblieben, geboren, aufgewachsen und gesprochen, war ich eine verzehrende Seele.
Ich war im 27. Lebensjahr, bis dahin vom Leben noch nicht satt. Ich war ein junger Spross, Freund alles Guten, Schönen, Neuen und Richtigen, Feind alles Schlechten, Hässlichen, Alten und Schiefen
Ich war ein MENSCH...
Sie haben meine Seele von mir genommen, bevor meine Frist abgelaufen war. An einem leuchtenden leuchtenden 18. Maitage habe ich mein Leben geopfert, habe mich gelegt auf meine Erde eine leidvolle Liebe. Die gefetteten Kugeln haben meinen jugendlichen Körper durchbohrt.
Ich war MENSCH...
Ich war treuer Freund aller Unterdrückten, Feind aller Grausamkeit, Unterdrückung und Ausbeutung. In dem Kampf um Unabhängigkeit und Freiheit war ich in der vordersten Front meines leidgeprüften Volkes. Ich war der, der mit der Waffe in der Hand heldenhaft gekämpft hat.
Auf meinen Tod hat die Mannschaft der Verräter mit ihren Gläsern gestoßen Aber eines wussten sie nicht: Ich war der, der in den gesungenen Volksliedern, in den aufflammenden Totenklagen und in den nie endenden Gewehrstimmen immer lebte.
Ich war MENSCH...
ich war der prächtige Hass aller Unterdrückten, der Arbeiter, der Bauern, ich war die erhobene laute Stimme meines Volkes gegen Kolonialismus und Imperialismus und gegen die einheimische Reaktion Ich war von Anfang bis Ende Widerstand,.
Weder einer, der für fünf Metelik seine Ehre bereitwillig verkauft hätte; ein Verräter, noch einer, dessen „Nahrung Menschenfleisch war, und das Wasser, das er trinkt, Blut“; ein Sultan.
Ich war MENSCH...
ich war die fünfzehn außergewöhnlichen Seelen im Schwarzmeer ich war der, der in der Tiefe des Meeres den Fischen zu Futter gemacht wurde ich war Agri, ich war Kocgiri, ich war Dersim, ich war Zilan.
Ich war ein aus dem aufgewühlten Bauch genommener, ein das Angesicht des Tages noch nicht erblickender Säugling. Ich war es, der auf die Spitze der Bajonette gespießt, hin und her geschwenkt wurde.
Ich war MENSCH...
Grausamkeit, Folter, Leid und Schmerz, vielleicht kann es vergessen werden, aber ich werde nie vergessen, weil ich von Mund zu Mund ging, ein Epos war. Ich war der, der von den Bergen, den Barrikaden den Feind durch Kugeln erschüttert, ich war der 0rden an der Brust des Guerilleros.
Ich war MENSCH...
Ich war der, in dessen Körper sie ihre Krallen und ekelhaften Zähne geschlagen haben, ich war das Blut, das vom Mund des Kolonialisten trieft. Ich war alles, die gesamten Vernichtungen, Hinrichtungen, Deportationen.
Ich war der, den sie mit Gewalt vertrieben und angesiedelt haben. Ich war der, dessen Hände sie gefesselt haben, der Freund, Angehöriger, Verwandter, mit manchen von ihnen war ich wie ein Kamerad. An diesem 0rt haben sie Benzin auf mich gegossen, unsere Asche hat sich vermischt. Ich war der mit Hunderttausenden Verbrannten. Sie waren mir gleich, die mich massakriert haben,
aber ich war MENSCH...
Ich war die Geschichte, die Geschichte der Unterdrückten, Schlechtbehandelten, ich bin durch die Maschinerie der Grausamkeit mit rotem Blut eingefärbt. Die Imperatoren, die Sultane, alle Teufel wollten mich vernichten.
Doch habe ich meine Wurzeln in meiner Erde geschlagen und bin bis zu diesem Tage lebendig geblieben.
Ich war MENSCH...
Ich war der, der den Kopf des grausamen Dehak zertrümmert, ich war der Schmied, der Kawa, ich war der, der mit dem Hammer den Amboss erschüttert hat.
Es ist nicht wieder erloschen das Widerstandsfeuer meiner Erde. Ich war eine rote Fackel allen Tagen des 21. März, ich war der, der auf den Gipfeln der Berge brannte.
Ich war MENSCH...
ich war mit Spartakus zusammen in den Arenen von Rom, erste Hoffnung, erster Guerillero der Welt, ich leistete Widerstand gegen die Herren. 18 71 war ich in Paris, im Oktober 1917 in Russland,
ich war der, der die rote Fahne getragen hat in China, in Korea, in Kuba, in Vietnam, ich war das in Laos, Kambodscha, Mozambique, Angola Blut erbrechende schwere Geschütz,
ich habe den Bauch des Verräters und der Kolonialisten umgewühlt, ich bin das Echo, das von Front zu Front widerhallte. Die, die die Liebe zum Land wie eine ekelhafte Maske tragen an ihrem Gesicht, die haben meine Seele von mir genommen, bevor meine Frist abgelaufen war.
Ich war ein MILITANT!...
Mein Kampf war für eine Welt ohne Krieg und ohne Ausbeutung. Noch als ich im 27.Lebensjahr und noch ein junger Spross war, bin ich für die heilige Sehnsucht nach Unabhängigkeit und Freiheit in rotes Blut gefärbt.
Ich war MENSCH...
Ich war der endlose Kampf, Ich war das Land, das nach Unabhängigkeit gedürstet hat. Ich war die für die Befreiung gedüngte Erde,
Ich war KURDISTAN! |